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Abfallentsorgung mit Musik

Abfallentsorgung mit Musik

Einmal über den berühmten Tellerrand blicken: Das habe ich in diesem Jahr für vier Monate einfach mal gemacht. Ich habe mein Auslandssemester in der Stadt Taichung in Taiwan absolviert. Ich gehöre zu den dualen Studenten in der Karl Meyer Gruppe, die seit einigen Jahren in Kooperation mit der PFH Göttingen Standort Hansecampus Stade ausgebildet werden. Wir verbringen die Praxisblöcke in der studienfreien Zeit im Betrieb, um schon früh in das Berufsleben einsteigen zu können. Im folgenden Blogbeitrag möchte ich über einige meine Erfahrungen während meines Auslandsemesters berichten. Als Student in einem Betrieb der Entsorgungswirtschaft habe ich natürlich genau hingesehen, wie in Taiwan mit Abfällen umgegangen wird.

Darum habe ich mich für ein Studium in Taiwan entschieden

Die PFH Göttingen bietet durch verschiedene Partnerprogramme ihren Studierenden die Möglichkeit, in vielen verschiedenen Ländern ein Semester absolvieren zu können. Da die asiatischen Märkte sehr bedeutend sind, immer noch aufstrebend und sich sehr von den europäischen Märkten unterscheiden, habe ich mich dazu entschieden vier Monate in Taiwan zu studieren, um die Kultur sowie den Alltag besser kennenzulernen. Die Millionenstadt Taichung an der Westküste von Taiwan gilt als Wirtschaftszentrum des Landes sowie Verkehrsknotenpunkt Zentraltaiwans. Die Tunghai University ist eine der drei wichtigsten Universitäten der Stadt und bietet mit neun Studienschwerpunkten eine breite Kursmöglichkeit an. Neben Kursen wie „Globale Finanzthemen“ oder „Risk Management“ habe ich auch angefangen, die chinesische Sprache zu lernen.

So werden Abfälle in Taichung getrennt und gesammelt

Obwohl sich der kulturelle Unterschied in den Großstädten in Grenzen hält, unterscheiden sich jedoch viele alltägliche Dinge. Das Wetter, die asiatische Küche oder der enorme Straßenverkehr brauchten eine gewisse Eingewöhnungszeit. Als Student in einem Entsorgungsbetrieb fiel mir besonders der Unterschied in der Abfallsammlung und -verwertung auf. In Taiwan wird Recycling sehr ernst genommen und ist sogar von der Regierung als bürgerliche Pflicht vorgeschrieben. Getrennt wird dabei ähnlich wie in Deutschland nach Restmüll, Papier, Pappe, Glas, Verpackungen und zwei verschiedenen Arten von Bioabfall.

Jedoch ist die Sammlung der Abfälle für die Privathaushalte mit wesentlich mehr Aufwand verbunden als in Deutschland. So werden dort keine Mülltonnen an die Straße gestellt, die eingesammelt und entleert werden. Zu fest geregelten Zeiten müssen die Einwohner ihren Müll zu Sammelstellen bringen und dort, korrekt getrennt, in den Entsorgungsfahrzeugen entleeren. Mehrmals am Tag haben die Einwohner die Chance die Sammelpunkte aufzusuchen.

Laute Musik erinnert die Menschen an die Müllabfuhr

Falls man die Uhrzeit dabei aus den Augen verloren hat, wird man charmant mit einem laut abgespielten Song von der Müllabfuhr erinnert. Daher denkt jeder Einwohner in Taichung sofort an die Müllentsorgung wenn die Melodie des Liedes „Maiden’s Prayer“ von Tekla Bądarzewska-Baranowska durch die Straßen hallt. Ich habe ein kurzes Video mitgebracht und in meinen Blogbeitrag integriert. Unbedingt den Ton einschalten. Wer möchte nicht jeden zweiten Tag um 6 Uhr morgens von dieser zauberhaften Melodie geweckt werden? Da hilft leider auch kein geschlossenes Fenster.

Wem die Müllentsorgung zu anstrengend ist, oder es aus zeitlichen Gründen nicht schafft, bezahlt stattdessen Dienstleister welche den ungetrennten Müll sortieren und anschließend entsorgen. Obwohl dies etwas umständlich erscheinen mag, wird die Trennung und Entsorgung sehr ernst genommen. So waren auch öffentliche Abfallbehälter in Taichung eine Seltenheit. Es ist ganz normal dort seine Verpackung oder ähnliches erst Zuhause zu entsorgen. Da sich jeder daran hält, sind die Straßen auch viel sauberer. Wie man sieht, sind es schon kleine Veränderungen, die den Alltag ganz anders gestalten.  Gerade die erste Zeit war für mich auch deshalb umso spannender. Mittlerweile bin ich um viele Erfahrungen reicher wieder zurück inn Deutschland und konnte mich dem Abschluss meines Studiums widmen.

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