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Abfallvermeidung für Einsteiger – Nützliche Tipps rund um Einkauf, Haushalt & Co.

Abfallvermeidung für Einsteiger – Nützliche Tipps rund um Einkauf, Haushalt & Co.

Stört Sie das auch?! Sie produzieren Woche für Woche jede Menge Abfall, vor allem aus Plastik, und möchten das gern ändern? Machen Sie doch einmal eine Bestandsaufnahme, was Sie alles im Laufe einer Woche wegwerfen.

Ich bin letzte Woche durch meine Wohnung gegangen und habe mit Erschrecken festgestellt, wie viele Gegenstände bei mir aus Plastik sind und nach Gebrauch im Abfall landen.

Folgendes ist mir in meiner Wohnung aufgefallen:

  • Zahnbürste
  • Verpackung des Shampoos bzw. Duschgels
  • Zahnputzbecher
  • Kosmetikverpackungen wie Cremetuben
  • Getränkeflaschen
  • Joghurtbecher
  • Brotdosen
  • Plastiktüten
  • Plastiknetze von Obst und Gemüse
  • Verpackungen von Lebensmitteln wie Käse, Wurst
  • Kinderspielzeug
  • Schwämme und Lappen
  • Frischhaltefolie
  • Trinkhalme
  • In Plastik eingeschweißte Werbung
  • Geschenkfolie

Erkennen Sie sich wieder? Dann lesen Sie weiter. Ich gebe Ihnen ein paar nützliche Tipps zur Abfallvermeidung.

1. Was bedeutet Abfallvermeidung?

Laut des Umweltbundesamtes wirft jeder Bundesbürger in einem Jahr etwa 455 kg Haushaltsmüll weg. Das ist mehr als 1 Kilo pro Tag. Diese Zahl setzt sich aus verschiedenen Abfällen zusammen:

  • Hausmüll
  • Sperrmüll
  • Wertstoffe
  • Bioabfälle
  • Sonstige Abfälle

Hätten Sie gedacht, dass Sie so viel Müll produzieren? Dazu erfahren sie mehr unter: https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen/abfaelle-privater-haushalte#nur-geringer-ruckgang-beim-hausmull

Sie möchten Ihren Abfall reduzieren?

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz verfolgt diese Zielhierarchie:

  1. Vermeiden
  2. Wiederverwenden
  3. Recycling
  4. Verwerten, z. B. thermisch
  5. Beseitigen

Die ersten drei Punkte lassen sich auch gut Zuhause umsetzen.

Übrigens gibt es zahlreiche Blogger, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Manchen Bloggern gelingt es sogar, den Müll aus einem Jahr in nur einem Einmachglas zu verstauen.

Die Amerikanerin Bea Johnson schaffte es, mit ihrer 4-köpfigen Familie in einem Jahr so wenig Müll zu produzieren, dass er in ein Marmeladenglas passte. Erstaunlich, oder? Sie hat den „Zero-Waste-Trend“ gegründet.

2. Extrembeispiel Zero Waste

Zero Waste bedeutet „Null Müll“. Menschen, die streng nach dem Zero-Waste-Prinzip leben, versuchen Müll also generell zu vermeiden. Dies ist der Idealfall, aber es ist auch sehr schwer umsetzbar.

Vorreiterin der Bewegung ist Bea Johnson. 2008 stellte die Amerikanerin ihren Haushalt komplett um. Sie wollte keinen Müll mehr produzieren und teilte ihre Erfahrungen zu diesem Projekt in einem eigenen Blog. Dadurch inspirierte sie viele andere Menschen dazu, ebenfalls auszuprobieren, Abfall im Alltag zu vermeiden und reduzieren. Aber so weit wie Bea Johnson müssen Sie gar nicht gehen, um der Umwelt etwas Gutes zu tun. Auch kleine Veränderungen können schon viel bewirken. Hier finden Sie weitere Informationen über Bea Johnson: https://www.instagram.com/zerowastehome/?hl=de

Sie fragen sich, wie onlineshopping ohne Verpackungsmüll funktionieren kann? Sie haben recht, das geht nicht.

Das Ziel der Unternehmer ist es, das Online-Shopping zumindest nachhaltiger zu gestalten. Da man nichts unverpackt versenden kann, werden wiederverwendbare Verpackungen aus Pappe genutzt. Außerdem sind die Verpackungen, die das Unternehmen benutzt, schon anderweitig genutzt worden. Sie benutzen diese also in 2. Hand. Der Versand erfolgt so klimafreundlich wie möglich.

3. Abfallvermeidung beim Einkauf

Nachhaltigkeit beginnt bereits beim Einkauf. Hier einige Tipps, wie Sie Abfall schon beim Einkaufen vermeiden können.

Beim Besuch des regionalen Wochenmarktes dürfen Sie Ihre mitgebrachten Stoffbeutel und Behältnisse verwenden. Und einen netten Nebeneffekt gibt es beim Wochenmarktbesuch natürlich auch: Sie unterstützen regional ansässige Landwirte und kleine Händler.

Joghurt und Getränke sind in Mehrweg-Behältnissen verfügbar und an der Frischetheke in vielen Supermärkten dürfen Sie Ihre mitgebrachten Dosen befüllen lassen. Durch die Corona-Krise ist dies zum Teil leider aktuell nicht möglich. Nach der Krise wird dies sicherlich bald wieder möglich sein.

Besuchen Sie bei Ihrem nächsten Großstadt Besuch doch einen verpackungsfreien Supermarkt. Dort können Sie die lose Ware in Gläser abfüllen.

Außerdem sollten Sie bei Ihrem Einkauf auf Mindest-Haltbarkeitsdaten achten. Dadurch vermeiden Sie verdorbene Lebensmittel, für die Sie keinen Nutzen mehr finden. Aber denken Sie immer daran: Das Mindest-Haltbarkeitsdatum bedeutet nicht, dass ein Produkt ab dem Tag verdorben ist. Lesen Sie zu diesem Thema unseren Blog-Beitrag „Zu gut für die Tonne: Wie Sie der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen“ unter: https://blog.karl-meyer.de/lebensmittelverschwendung

Überreifes Obst und Gemüse muss nicht im Müll landen, sondern sie können es weiterverarbeiten. Obst können Sie zum Beispiel zu Smoothies mixen und aus dem Gemüse stellen Sie eine Suppe her.

Produkte, die nicht verpackungsfrei erhältlich sind, können übrigens auch selbst hergestellt werden. Im Internet finden Sie zahlreiche Rezepte. Hier finden Sie beispielsweise ein Rezept zur Herstellung von Zahnpasta: https://www.ecofairy.org/blog/zero-waste-zahnpasta-selbstgemacht

Nutzen Sie eine Kapsel- bzw. Pad-Kaffeemaschine? Ist Ihnen schonmal aufgefallen, wie viel Müll diese Maschinen produzieren? Inzwischen sind die Kapseln und Pads jeweils einzeln verpackt und dadurch fällt eine Menge Müll an. Die Alternative ist ein alter Bekannter: die Filterkaffeemaschine. Den Kaffeesatz samt Filtertüte können Sie kompostieren.

4. Abfallvermeidung Zuhause

So schwer wie Sie denken, ist es gar nicht. Heutzutage gibt es für fast alle Gegenstände Alternativen. Fangen Sie Schritt für Schritt an mit der Umstellung. Perfekt wäre es, wenn Sie irgendwann keine Artikel im Haushalt besitzen, die nicht recycelt bzw. kompostiert werden können. Aber Moment! Werfern sie nicht sofort alles weg, sondern wirklich erst dann, wenn die Gegenstände unbrauchbar sind.

Zu den oben erwähnten Plastikgegenständen, die fast jeder in seinem Haushalt findet, habe ich Ihnen eine Tabelle mit nachhaltigen Alternativen angefertigt:

 

Plastikzahnbürste Holz-/ Bambuszahnbürste
Shampoo- bzw. Duschgel-Verpackung Selbstherstellung / aus Glas
Plastikzahnputzbecher Zahnputzbecher aus Keramik oder Holz
Cremetuben Glas
Joghurtbecher Glas-Mehrweg-Behälter kaufen
Brotdosen Edelstahl / Glas
Plastiktüten Stoffbeutel / Körbe
Plastiktüten und -netze für Obst / Gemüse Baumwollbeutel- und netze
Verpackungen von Lebensmitteln (Käse, Wurst) Eigene Behältnisse nutzen / Unverpackt-Laden
Kinderspielzeug Holzspielzeug
Schwämme und Lappen Stofflappen (evtl. DIY)
Frischhaltefolie Wachstücher (Lebensmittel abdecken: Teller verkehrt herum legen)
Plastiktrinkhalme Aus Glas oder Edelstahl
In Plastik eingeschweißte Werbung Wenn diese nicht gelesen wird, Schild am Briefkasten anbringen und darum bitten, keine Werbung einzuwerfen
Geschenkfolie

Körbe, Stoff oder wiederverwendbare Pappbox (lesen Sie auch unseren Blogbeitrag zu Geschenkverpackungen: https://blog.karl-meyer.de/geschenkverpackungen)

Handy So lange wie möglich benutzen; nachhaltige Alternative (jedes Ersatzteil kann nachgekauft werden): https://www.fairphone.com/de/

 

5. Abfallvermeidung für Einsteiger zusammengefasst

Sie möchten am liebsten sofort anfangen und die Umwelt schützen? Dann gebe ich Ihnen hier noch einmal ein paar Tipps für den Start:

  • Fangen Sie mit Dingen an, die Ihnen leichtfallen
  • Schauen Sie in Ihren Mülleimer und überlegen Sie, was Sie künftig vermeiden möchten
  • Dinge, die besonders häufig in Ihrem Mülleimer zu finden sind, ersetzen Sie
  • Wenn Sie Leitungswasser trinken, wird kein Müll produziert und Sie brauchen nicht schwer zu schleppen
  • Leitungswasser füllen Sie in eine wiederverwendbare Trinkflasche
  • Nehmen Sie genügend Stofftaschen mit zum Einkaufen, damit Sie keine Papiertüte zu kaufen brauchen
  • Achten Sie beim Einkauf auf das Symbol „blauer Engel“. Der „Blaue Engel“ kennzeichnet Produkte, die umweltfreundlicher als vergleichbare, konventionelle Produkte sind.

Viel Erfolg und Spaß beim Projekt „Abfallvermeidung“!

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