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Akkute Brandgefahr durch Lithium-Ionen-Akkus: Darum sind Handy, E-Bike und Co. so gefährlich.

Akkute Brandgefahr durch Lithium-Ionen-Akkus: Darum sind Handy, E-Bike und Co. so gefährlich.

Es ist schon ein paar Jahre her, ich wurde am Flughafen ausgerufen, musste mich beim Sicherheitspersonal melden. Ein Mann führte mich durch mehrere Türen in eine große Halle mit Gepäckbändern. Dort lag mein Koffer, der Mann öffnete diesen und griff zielstrebig in eine Seitentasche. Dann drückte er mir meine Powerbank in die Hand, die dürfe auf keinen Fall in das aufgegebene Gepäck – Brandgefahr.

Warum ist dieser kleine Gebrauchsgegenstand so gefährlich? Das möchte ich im folgenden Blogbeitrag einmal erläutern. Die Gefahr beschränkt sich übrigens nicht nur auf Flugzeuge. Denn die größte Gefahr entsteht, wenn Geräte mit sogenannten Lithium-Ionen-Akkus nicht mehr funktionieren und in der Tonne landen. Regelmäßig verursacht die unsachgemäße Entsorgung kleine, mittlere und vor allem große Brände.

Lithium-Ionen-Akkus: Hier sind die kleinen Kraftpakete zu finden

Sie sind zu finden in Handys, Tablets, Notebooks, E-Bikes, Akkuschraubern oder Digitalkameras. Lithium-Ionen-Akkus und -Batterien sind massenhaft verbreitet. Allein im Jahr 2019 kamen rund 12.700 dieser kleinen Kraftpakete in den Umlauf. Aber warum ist das so? Lithium-Ionen-Akkus weisen selbst bei kleinster Bauweise die höchste Energiedichte auf und sind deshalb besonders gut für mobile Geräte geeignet. Die Batterien sind schnell aufgeladen, haben eine relativ hohe Lebensdauer und überstehen viele Ladezyklen.
Die zu Beginn dieses Abschnitts von mir genannten Beispiele sind vermutlich die gängigsten. Doch Lithium-Ionen-Batterien bzw. -Akkus sind in nahezu allen Geräten oder Spielzeugen mit elektrischen Funktionen zu finden. Vor allem wiederaufladbare Akkus sind fast immer Lithium-Ionen-Akkus. Hier finden Sie eine umfassende Liste, in welchen Geräten Lithium-Ionen-Batterien oder -Akkus zu finden sein können.

Aber was ist Lithium eigentlich?

Es handelt sich um ein hochreaktives Leichtmetall, das zur Gruppe der unedlen Metalle gehört. Diese reagieren anders als Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin schon unter Normalbedingungen mit Sauerstoff. Lithium ist das leichteste feste Element und schwimmt sogar auf Wasser. Diese Beschaffenheit macht Lithium für die Herstellung von leichten und leistungsfähigen Batterien und Akkus so attraktiv. Allerdings warnen Fachleute immer wieder und eindringlich auch vor der Brandgefahr, die von Lithium-Ionen-Akkus ausgehen kann.

Brandgefahr durch Beschädigung: Darum wird es gefährlich

Ein Lithium-Ionen-Akku läuft, anders als etwa eine Alkali-Batterie, bei einer Beschädigung nicht einfach aus, sondern kann eine enorme Hitze verbreiten. Versuche haben gezeigt, dass auch speziell abgeschirmte Akkus dabei Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius entwickeln können.
Jetzt wird es ein bisschen technisch. Lithium-Ionen-Akkus bestehen wie andere Batterien auch aus zwei Elektroden (Minus- und Pluspol). Diese sind von einem sogenannten Separator voneinander getrennt, der für Lithium-Ionen durchlässig ist. Gleichzeitig ist der Raum zwischen den Polen mit einer Flüssigkeit gefüllt (Elektrolyt). Hier können sich die Lithium-Ionen zwar frei bewegen, es fließt aber kein Strom. Vereinfacht gesagt, wandern beim Lade- oder Entladevorgang die Ionen zwischen Minus- und Pluspol hin und her und erzeugen Energie beziehungsweise setzen diese frei.

Gefahr entsteht durch einen Kurzschluss

Berühren sich die beiden Elektroden oder es besteht eine metallische Verbindung, kommt es zu einem Kurzschluss. Innerhalb sehr kurzer Zeit wird punktuell sehr viel Energie freigesetzt. Die Temperatur steigt an diesen Stellen extrem an. Hierbei kann die Zündtemperatur des Elektrolyten überschritten werden, dieser zersetzt sich und es wird noch mehr Energie frei. Gemeinsam mit Sauerstoff, der ebenfalls frei wird, kann der Lithium-Ionen-Akku dadurch in Flammen aufgehen oder explodieren.
Die Gefahr eines Kurzschlusses steigt rapide an, wenn ein Lithium-Akku beschädigt wird. Das kann schnell passieren. Zum Beispiel, wenn das Handy auf den Boden fällt. Eine weitere Brandgefahr resultiert aus starker Hitze oder auch extremer Kälte. Aber keine Panik. Wer seinen Lithium-Ionen-Akku immer pfleglich behandelt, vernünftig lagert und vor allem das richtige Ladekabel verwendet, muss sich keine Sorgen machen. Genießen Sie alle Vorteile der Lithium-Ionen-Akkus bis das Ende der Lebensdauer erreicht ist. Und dann? Ab in die Tonne. NEIN. AUF GAR KEINEN FALL.

Nur ca. 50 % der jährlich in Deutschland in Umlauf gebrachten Batterien 🔋🔋werden in die getrennte Erfassung gegeben. Das heißt, ein Großteil landet fatalerweise im Hausmüll 🗑 oder an anderer Stelle, wo die Batterien nicht hingehören.
Es entsteht eine enorme Brandgefahr🔥🚒, wenn Batterien nicht fachgerecht gelagert und transportiert werden.

Brennpunkt Batterie: Entsorger klären über Lithium-Ionen-Akkus auf

Immer wieder kommt es in Entsorgungsfahrzeugen, auf Recyclinghöfen oder in Aufbereitungs- und Sortieranlagen zu Bränden mit teils verheerenden Folgen. Häufige Ursache sind falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus.

Aus diesem Grund haben die Mitgliedsunternehmen des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs- und Abwasserwirtschaft eine Kampagne gestartet. Diese will mit teils drastischen Bildern auf die fatalen Folgen falscher Entsorgung dieser Batterien und Akkus aufmerksam machen.

Im Mittelpunkt stehen dabei diejenigen, die durch eine falsche Entsorgung am stärksten in Gefahr geraten können: die Mitarbeiter in den Sortieranlagen und Müllfahrzeugen der Entsorgungsunternehmen. Basis für die Kampagne ist eine Internetseite mit nützlichen Informationen wie zum Beispiel Tipps zur richtigen Entsorgung von Lithium-Ionen-Batterien.  Hinzu kommen eine Social Media-Kampagne, eine bundesweite Aufkleberaktion sowie ein Aufklärungsvideo.

Blick in die Zukunft:  Pfandpflicht für Lithium-Ionen-Akkus?

Lithium-Ionen-Batterien und -Akkus werden auch weiterhin in großer Stückzahl auf den Markt gebracht. Sie werden uns auch künftig im Alltag begleiten. Und das ist auch gut so. Die Vorteile der kleinen Kraftpakete habe ich genannt und sie rechtfertigen ihren Einsatz. Doch das Problem der Entsorgung darf nicht ungeachtet bleiben. Wenn die Lithium-Ionen-Batterien fachgerecht entsorgt werden, entsteht auch kein Problem. Doch die Entsorger sind auf die Mithilfe aller angewiesen. Die Karl Meyer Gruppe und die weiteren Mitgliedsunternehmen des BDE setzen auf Aufklärung. Eine weitere Idee ist eine Pfandpflicht. Wenn zum Beispiel 50 Euro Pfand beim Kauf bestimmter Geräte fällig wären, würde sicherlich die Motivation steigen, die Batterien und Akkus fachgerecht zu entsorgen. Was würden Sie von einer Pfandpflicht halten? Schreiben Sie Ihre Meinung gern in die Kommentare.

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Über den Autor

Lars Koch

Leiter der Karl Meyer Unternehmenskommunikation seit 2012

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