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Gebrauchtwagen – nicht neu, aber gut. Nützliche Tipps für den Kauf

Gebrauchtwagen – nicht neu, aber gut. Nützliche Tipps für den Kauf

Egal, ob Sie Ihr erstes Auto kaufen oder umsteigen wollen, da sich die Familie vergrößert, oder ihr altes Auto einfach kaputt ist: Einen Gebrauchtwagen zu kaufen ist immer aufregend. Es handelt sich dabei schließlich um eine größere Investition. Im Idealfall soll Sie das neue Fahrzeug außerdem über viele Jahre begleiten. Da lohnt es sich, wenn Sie sich im Vorwege selbst einige Fragen beantworten, damit Sie die richtige Entscheidung treffen und gelassen in die Verkaufsverhandlungen einsteigen können. Am Ende dieses Blogbeitrags finden Sie außerdem eine Checkliste mit den wichtigsten Eckpunkten für die Probefahrt und das Verkaufsgespräch.

 

Vor dem Kauf eines Gebrauchtwagens: Welches Auto entspricht Ihren Bedürfnissen?

Womöglich träumen Sie schon lange von einem ganz bestimmten Modell oder Sie sind schon immer ein und derselben Marke treu. Dann wissen Sie wahrscheinlich schon ganz genau, welches Auto Sie kaufen möchten. Doch falls nicht, lohnt es sich, im Vorwege einmal zu überlegen, welche Anforderungen Sie eigentlich an Ihr neues Fahrzeug stellen. Wenn Sie die folgenden Fragen für sich beantwortet haben, wird schnell deutlich, ob Sie eher einen Kleinstwagen oder einen Kombi, einen Sportwagen oder einen Van benötigen:

 

  • Wie viele Personen müssen mindestens in dem Auto Platz finden? Reisen regelmäßig Haustiere mit (z.B. in einer Hundebox)?
  • Wollen Sie große, sperrige Dinge transportieren können (beispielweise Musikinstrumente oder Möbel)?
  • Fahren Sie eher kurze oder lange Strecken?
  • Wie ist die Parkplatzsituation in Ihrem Wohnort?
  • Bevorzugen Sie ein Schalt- oder Automatikgetriebe?
  • Welche Anforderungen haben Sie an die Motorisierung? Benötigen Sie Allradantrieb?
  • Welche Ausstattungsmerkmale soll das Auto unbedingt haben (Anhängerkupplung, Klimaautomatik, beheizte Außenspiegel etc.)?
  • Möchten Sie ein Auto mit Verbrennungsmotor oder doch lieber ein Hybrid- oder E-Fahrzeug?

Stellen Sie anhand Ihrer Antworten auf diese Fragen Ihr ganz persönliches Anforderungsprofil und nutzen Sie es als Grundlage für die Suche nach einem passenden Gebrauchtwagen.

 

Wie Sie Ihr Budget realistisch einschätzen und die richtige Finanzierung finden

Wenn feststeht, welche Art Fahrzeug für Sie in Betracht kommt, sollten Sie sich ganz genau überlegen, wie Ihr Budget aussieht. Stellen Sie sich die Frage, wie viel Geld Sie maximal ausgeben können und wollen. Wollen Sie das Fahrzeug bar bezahlen? Möchten Sie es finanzieren, also einen Kredit aufnehmen? Oder kommt Leasing für Sie in Frage? Informieren Sie sich über Finanzierungs- und Leasingangebote für Gebrauchtwagen am besten bei einem Gebrauchtwagenhändler in Ihrer Region.

Sie schrauben selbst gern an Autos herum und haben ein wenig Ahnung? Dann stellen Sie sich im Vorwege auch die Frage, ob Sie bereit wären, ein günstigeres Fahrzeug zu kaufen, das kleine Mängel aufweist, die sie selbst ausbessern können. Wägen Sie dabei jedoch genau ab, welche Zusatzkosten Sie einplanen müssten.

Neben dem eigentlichen Kaufpreis sollten Sie bei Ihren Überlegungen zum Budget auch die laufenden Kosten für den Unterhalt nicht unbeachtet lassen. Bedenken Sie beispielsweise den Spritverbrauch, die Höhe der Steuer und der Versicherung, aber auch die Kosten für Verschleißteile oder Sonderausstattung. Um eine Schätzung der Versicherungsprämie zu erhalten, kontaktieren Sie vorab Ihre Versicherung oder einen freien Versicherungsmakler. So sind Sie vor bösen Überraschungen geschützt.

 

Wo Sie Gebrauchtwagen finden

Sie wissen, was für ein Auto Sie kaufen möchten und Sie haben ein maximales Budget. Doch wo finden Sie jetzt Ihr neues gebrauchtes Auto? Es gibt viele Möglichkeiten: Vor Ort, in der örtlichen Tageszeitung oder im Internet.

Onlineplattformen: Es gibt diverse auf Automobile spezialisierte Plattformen, die Gebrauchtwagen zum Kauf anbieten, wie Mobile.de, auto.de oder Autosout24. Die Verkäufer sind sowohl Privatleute als auch Händler. Doch auch bei ebay Kleinanzeigen können Sie fündig werden. 

(Klein)anzeigen in der Zeitung: Der Klassiker. Wer sein Auto verkaufen möchte, inseriert in der regionalen Tageszeitung. Es lohnt sich, hier sowohl bei den privaten Kleinanzeigen als auch bei Angeboten von Gebrauchtwagenhändlern nachzusehen.

Gebrauchtwagenplätze in der Region: Schlendern Sie doch einfach mal über den Platz eines Gebrauchtwagenhändlers in Ihrer Region und entwickeln Sie ein Gefühl für Preise, Ausstattungen und generell den derzeitigen Markt. Möglicherweise finden Sie so auch ein Fahrzeug oder eine Marke, die Sie bisher kaum beachtet haben. 

Mundpropaganda: Zu guter Letzt besteht immer die Möglichkeit, Freunden, Familie, Nachbarn und Arbeitskollegen zu erzählen, dass Sie auf der Suche nach einem Fahrzeug sind. Vielleicht möchte jemand gerade sein Auto verkaufen oder kann einen Kontakt herstellen. 

 

Wo Gebrauchtwagen kaufen: Von privat oder bei einem Händler?

Sowohl Privatleute als auch Autohändler bieten Gebrauchtwagen zum Verkauf an. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Kostengünstiger sind in der Regel Fahrzeuge, die von privat zu verkaufen sind. Private Verkäufer sind jedoch nicht verpflichtet, sich an die zweijährige Gewährleistung zu halten. Sie können die Frist verkürzen oder ganz außer Acht lassen.

Gebrauchtwagenhändler hingegen sind gesetzlich zur Gewährleistung verpflichtet. Das bedeutet, dass sie Ihnen garantieren müssen, dass das Auto nach dem Verkauf noch mindestens ein Jahr einwandfrei funktioniert. Sollten in dieser Zeit doch Mängel auftreten, können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten. Darüber hinaus bieten einige Händler auch eine Gebrauchtwagengarantie an. Damit versprechen sie, dass sie die Kosten für die Beseitigung von etwaigen Mängeln übernehmen. Das macht den Kauf eines Gebrauchtwagens bei einem Händler vor allem eins: Sicherer.

Dafür sind Gebrauchtwagen vom Händler meistens teurer als vom Privatverkäufer. Wägen Sie hier für sich selbst ab, mit welcher Entscheidung Sie sich wohler fühlen.

 

Checkliste für den Gebrauchtwagenkauf und sieben nützliche Tipps 

Tipp 1: Zeit für die Begutachtung einplanen
Nehmen Sie sich Zeit beim Anschauen des Fahrzeugs und lassen Sie sich vor allem nicht zu einer Entscheidung drängen, auch wenn das Angebot sehr verlockend ist. Begutachten Sie das Fahrzeug idealerweise bei Tageslicht und bei trockenen Witterungsverhältnissen. Lassen Sie lieber die Finger von Onlinevertragsabschlüssen ohne vorherige Begutachtung, sonst kaufen Sie möglicherweise die sprichwörtliche Katze im Sack.

Tipp 2: Nicht allein zur Probefahrt gehen
Nehmen Sie jemanden mit, der sich mit Autos auskennt oder zumindest ein Interesse an Autos hat. Frei nach dem Motto: Vier Augen sehen mehr als zwei. Sie können auch vorher bereits überlegen, wer das Fahrzeug unter die Lupe nimmt und Fragen stellt und wer die Antworten notiert und den Verkäufer beobachtet. Hinterher können Ihnen Ihre Notizen bei der Entscheidung behilflich sein.

Tipp 3: Kilometerstand ansehen und abgleichen
Checken Sie immer den Kilometerstand des Fahrzeugs und gleichen Sie ihn mit den Angaben im Scheckheft, auf Rechnungen oder den HU-Protokollen ab. Warum das so wichtig ist? Tachomanipulation kommt immer wieder vor. Dabei stellen die Verkäufer den Tachostand zurück, um das Auto zu einem höheren Preis verkaufen zu können. Das ist für den Käufer nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich. Denn bestimmte Wartungsarbeiten sind an den Kilometerstand gebunden; verpassen Sie diese also aufgrund von manipulierten Tachodaten, riskieren Sie Motorschäden oder Schlimmeres.

Tipp 4: Auf Unfallschäden prüfen
Dass ein Auto Vorschäden hat, muss nicht per se etwas Schlechtes sein. Ein Wildschaden oder ein kleiner Blechschaden sind kein absolutes No Go. Diese zu verschweigen jedoch schon. Der Verkäufer muss Sie über bekannte Vorschäden informieren, ansonsten können Sie eine Kaufpreisminderung oder Schadenersatz fordern. Nutzen Sie also den Besichtigungstermin, um das Fahrzeug ganz genau auf mögliche Schäden zu prüfen. Sehen Sie sich beispielweise die Lackierung des Autos an. Sind Farbunterschiede oder unebene Stellen zu sehen? Dann wurde hier möglicherweise schon einmal ausgebessert. Gleiches gilt für Schrauben: Sehen sie an einigen Stellen, z.B. am Kotflügel, an den Türen oder im Motorraum neuer aus als anderswo? Dann wurde das Fahrzeug wahrscheinlich schon einmal auseinandergebaut. Nehmen Sie die Spaltmaße der Bauteile z.B. Türen, Motorhaube in Augenschein, prüfen Sie auch mit den Händen und fühlen Sie, ob dort Kanten oder ungleichmäßige Lücken sind. Sehen Sie sich zu guter Letzt die Scheiben genauer an, vor allem das Herstellungsdatum. Weicht es vom Datum der Erstzulassung ab? Dann wurden die Scheiben bereits ersetzt.

Tipp 5: Gebrauchtwagenpapiere aushändigen lassen und lesen
Die Papiere für das Fahrzeug fehlen? Ganz schlechtes Zeichen. Verzichten Sie in einem solchen Fall lieber auf den Kauf dieses Autos. Aber auch wenn die Papiere lückenhaft sind, sollten Sie vorsichtig sein. Denn so lässt sich kaum nachvollziehen, ob alle nötigen Wartungsmaßnahmen unternommen wurden oder ob der Tachostand korrekt ist. Achten Sie also darauf, dass Ihnen der Verkäufer das Serviceheft im Original sowie die Prüfberichte der Hauptuntersuchungen und die Zulassungsbescheinigungen zeigt.

Tipp 6: Aufmerksame Probefahrt unternehmen
Eine Probefahrt sollte unverzichtbar sein. Denn dabei können Sie ein Gefühl für das Fahrzeug entwickeln und etwaige Mängel entdecken, die bei der Begutachtung unentdeckt bleiben. Wie fährt sich das Auto? Greifen die Bremsen wie sie sollen? Macht das Fahrzeug untypische Geräusche? Achten Sie auch darauf, ob Kontrolllampen im Armaturenbrett aufleuchten.

Tipp 7: Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl
Zu guter Letzt sollten Sie auf Ihren Bauch hören. Vertrauen Sie dem Verkäufer? Macht das Angebot einen seriösen Eindruck? Druckst der Verkäufer bei unangenehmen Fragen herum oder antwortet er glaubwürdig? Macht das Fahrzeug einen soliden Eindruck? Oder fühlen Sie sich unwohl, überrumpelt, zu einer Entscheidung gedrängt?

 

Zusammengefasst:

– Überlegen Sie sich, was Ihr neues Auto mitbringen sollte.
– Planen Sie Ihr Budget.
– Machen Sie sich auf die Suche nach einem Gebrauchtwagen, der Ihren Ansprüchen entspricht.
– Prüfen Sie die Papiere des neuen Fahrzeugs.
– Checken Sie das Fahrzeug auf Beschädigungen und Mängel.
– Machen Sie eine Probefahrt.
– Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl.

 

Ich wünsche Ihnen allzeit gute Fahrt! Sie haben noch mehr Tipps rund um das Thema Gebrauchtwagenkauf? Lassen Sie uns gern einen Kommentar da.

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Über den Autor

Kati Meyer-Thiedig

Mitarbeiterin der Unternehmenskommunikation der Karl Meyer Gruppe seit 2011

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