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Nicht von Pappe: Massive Papierverschwendung ist ein Problem. Acht Tipps, wie Sie im Alltag weniger Papier ver(sch)wenden können

Nicht von Pappe: Massive Papierverschwendung ist ein Problem. Acht Tipps, wie Sie im Alltag weniger Papier ver(sch)wenden können

Hätten Sie das gedacht?! Pro Jahr verbraucht jeder Bürger in Deutschland etwa 247 kg Papier. Das ist siebenmal so viel wie noch in den 1950er Jahren! Damit belegen wir Platz zwei der Weltrangliste der Papierverschwender. Auch wenn die Digitalisierung in aller Munde ist, Papier gehört zu unserem Alltag – mehr als jemals zuvor. Aber warum ist das so? Woraus besteht Papier eigentlich und was passiert damit, wenn es seinen Dienst geleistet hat? Wie funktioniert Papier-Recycling und was können Sie tun, um weniger Papier zu verschwenden? Antworten bekommen Sie, wenn Sie weiterlesen. Und acht einfache Tipps für den Alltag.

Papier ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken

Papier in all seinen Facetten ist ein selbstverständlicher Teil unseres täglichen Lebens. Achten Sie doch mal einen Tag lang darauf, was alles aus Papier besteht: Toiletten- und Küchenpapier, Taschentücher und Servietten, Briefumschläge, Postpakete, Eierkartons, Zeitungen und Zeitschriften, Notizblöcke und Haftnotizen, Schuhkartons, Geschenkpapier, Kopierpapier, Postkarten, Brötchentüten, Umzugskartons, Backpapier, Bücher, Tapeten, Fotos, Kalender, Kataloge, Flyer, Broschüren … Sie merken schon: Die Liste ist lang. Und sicher fallen Ihnen noch mehr Dinge ein, die aus Papier sind.

Papier – Woraus besteht es eigentlich?

Hierzulande gilt Papier als umweltfreundliches Material. Ganz falsch ist das nicht, wenn Plastik das Vergleichsobjekt ist. Papier besteht aus einem nachwachsenden Rohstoff, nämlich Holz. Plastik nicht. Dennoch: Nur ein kleiner Teil des Holzanbaus ist nachhaltig. Der Großteil stammt aus Wäldern, die für die Papierherstellung abgeholzt werden, ohne dass für sie Ersatz angepflanzt wird. Pro Jahr werden so 13 Millionen Hektar Wald vernichtet, schätzt die Welternährungsorganisation der UN (FAO).

Papier besteht zu etwa 95% aus Holz, in Form von Holzstoff, Zellstoff oder Altpapier. Altpapier ist ein sogenannter Sekundärrohstoff, da der Papierabfall durch die Wiederaufbereitung erneut in den Produktionskreislauf gelangt. Durch den Einsatz von Altpapier werden die Fasern mehrfach verwendet, in der Regel können sie fünf- bis sechsmal recycliert werden. Papier, das aus Altpapier hergestellt wird, ist also sowohl umweltfreundlich als auch nachhaltig.

Richtige Entsorgung von Altpapier

Deshalb gehört Altpapier nicht in den Restmüll, sondern sollte separat entsorgt werden. So entfällt der aufwendige Sortierprozess; das schont Ressourcen. In einigen Kommunen gibt es Altpapiertonnen, die jedem Haushalt zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus stehen an festen Sammelplätzen sogenannte Depotcontainer, die jeder Bürger mit Altpapier und Pappe befüllen kann. Sie werden regelmäßig geleert und der Inhalt zur Wiederverwertung in Recyclinganlagen gebracht.

Gerade nach Weihnachten, einem Umzug oder nach der Anschaffung neuer Möbel fällt im Haushalt viel Altpapier an. Dann reicht die Altpapiertonne manchmal nicht aus. Die öffentlichen Depotcontainer sind dann eine sehr gute Alternative. Zerkleinern Sie große Pappen und Kartons, damit möglichst viel in den Container hineinpasst und der Einwurf nicht blockiert wird. Doch auch Depotcontainer können zu Stoßzeiten überfüllt sein. Stellen Sie dann bitte keine Kartons daneben! Bis zur nächsten Leerung stehen diese dann im Freien, werden nass, fliegen umher und locken leider auch Nachahmer an. Damit helfen Sie der Umwelt gar nicht, im Gegenteil. Bringen Sie Ihr Altpapier dann lieber zum nächsten Wertstoffhof; auch hier werden Pappe, Papier und Kartonagen angenommen. Aber was gehört eigentlich ins Altpapier und was nicht?

Darf in die Altpapiertonne / den Depotcontainer:

– Zeitungen, Zeitschriften, Prospekte

– Illustrierte, Telefonbücher

– Notizzettel

– Hefte und Bücher

– Papier aus dem Reißwolf

– Pappe und Kartonverpackungen

– Pappschachteln

– Briefumschläge

Darf nicht in die Altpapiertonne/den Depotcontainer:

– Aufkleber und Etiketten

– Durchschlag- und Kohlepapier

– Fotos

– Getränkekartons

– Taschentücher und Küchenkrepp

– Servietten

– Tapeten (auch nicht benutzte Rollen)

– verschmutzte Verpackungen

– Wachspapier

Es lohnt sich darauf zu achten, was Sie in die Altpapiertonne werfen, denn eine falsch befüllte Tonne wird unter Umständen von der Müllabfuhr nicht geleert. Für neben der Altpapiertonne abgestelltes Altpapier kann – je nach Kommune – sogar ein Bußgeld fällig werden.

Wie wird Altpapier recycelt?

Das gesammelte Altpapier aus Altpapiertonnen und Depotcontainern wird in einem Recyclingwerk zunächst sortiert, denn unterschiedliche Papierarten werden unterschiedlich verarbeitet: Aus brauner Pappe kann beispielsweise kein schneeweißes Feinpapier entstehen. Kartons werden deshalb separat gesammelt und wieder zur Herstellung von Kartons oder Wellpappe verwendet. Um Papier wieder zu verwenden, muss ihm die Farbe entzogen werden, also z.B. die Druckerschwärze von Zeitungspapier. Dieses Verfahren heißt Deinking. Ink ist das englische Wort für Tinte, das Papier wird beim deinking also ent-tintet, sozusagen. Hierzu wird das Papier zunächst geschreddert und in Wasser aufgelöst, so dass ein Brei aus Altpapier entsteht. Dieser Brei wird mithilfe von Chemikalien gereinigt.

Um weißes Papier zu erhalten, muss der Papierbrei anschließend gebleicht werden, z. B. mit Wasserstoffperoxid. Dieser Schritt ist unumgänglich, wenn das Papier für hochwertige Drucke verwendet werden soll. Aus Umweltgesichtspunkten wäre es allerdings am besten, wenn Papier gar nicht gebleicht würde.

Am Ende des Recyclingprozesses entsteht neues Papier. Werden ihm keine Frischfasern hinzugefügt, besteht es zu 100 % aus Altpapier. Dies ist jedoch nicht unendlich oft möglich. Durch das Recycling verkürzen die Faser, sie werden brüchig. Deshalb können sie bis maximal sieben Mal wiederverwendet werden. Deshalb wird dem neuen Papier fast immer auch ein Teil Frischfasern beigemengt.

Acht Tipps, wie Sie im Alltag weniger Papier ver(sch)wenden können

Manchmal reicht es, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen und überdenken, um mit vermeintlich kleinen Veränderungen viel zu bewirken. Hier ein paar Tipps für den Alltag, wie Sie weniger Papier verwenden und verschwenden können:

  • Im Büro:
    • Nicht alles ausdrucken: Überlegen Sie sich gut, ob Sie ein Dokument ausdrucken müssen oder ob es reicht, es abzuspeichern
    • Rückseiten verwenden: Sie können die Rückseiten von bedrucktem Papier zu kleinen Notizzetteln zerschneiden, anstatt es einfach wegzuwerfen.
  • In Küche und Bad:
    • Hygieneartikel: Achten Sie beim Kauf von z. B. Toilettenpapier oder Taschentüchern auf Produkte mit hohem Altpapieranteil; Ersetzen Sie Küchenkrepp durch waschbare Lappen (z. B. alte, ausgediente Geschirrtücher)
  • Freizeit:
    • Bücher und Zeitschriften: Gründen Sie einen Buchclub mit Freunden. Anstatt jeden Roman oder die neue Kochzeitschrift mehrfach zu kaufen, können Sie diese untereinander tauschen. / Werden Sie Mitglied in der örtlichen Leihbücherei
  • Unterwegs:
    • Verzichten Sie auf Coffee-to-go-Becher: Nehmen Sie sich entweder einen Mehrwegbecher mit oder die Zeit, Ihren Kaffee in Ruhe vor Ort aus einer Tasse zu trinken.
    • Brotdose statt Butterbrotpapier: Nehmen Sie Proviant in wiederverwendbaren Gefäßen mit, sei es zur Schule, zur Arbeit oder auf Reisen.
  • Wiederverwenden/Upcycling:
    • Schuhkartons: Sie versenden zu Weihnachten Pakete an Verwandte und Freunde? Dann recyceln Sie dafür doch demnächst einen Schuhkarton, anstatt einen neuen Karton dafür zu kaufen. Oder Sie sind auf der Suche nach einer hübschen Aufbewahrung? Schlagen Sie Schuhkartons in Geschenk- oder Packpapier ein und bewahren Sie darin Socken, Kerzen oder anderen Kleinkram auf.
    • Zeitschriften, Kalenderblätter, Landkarten, Poster: Basteln Sie aus alten Zeitschriften oder Kalenderblättern bunte Briefumschläge, die sehen hübsch aus und sorgen nicht nur beim Postboten für ein Schmunzeln. Sie können auch Klappkarten selbst basteln, indem Sie z. B. Ausschnitte aus Zeitschriften verwenden.

Dies sind nur einige Anregungen und Ideen. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, den Papierverbrauch zu reduzieren. Gehen Sie bewusst durch Ihren Alltag und hinterfragen Sie, an welcher Stelle Sie Papier einsparen könnten. Sie haben noch mehr Tipps? Unsere Leser freuen sich auf weitere Anregungen. Lassen Sie uns einen Kommentar da!

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Über den Autor

Kati Meyer-Thiedig

Mitarbeiterin der Karl Meyer Unternehmenskommunikation seit 2011

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