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Die Kraft der Sonne nutzen: Wie Sie mit einer Solarthermie-Anlage Wärme für Wasser und Heizung erzeugen können

Die Kraft der Sonne nutzen: Wie Sie mit einer Solarthermie-Anlage Wärme für Wasser und Heizung erzeugen können

Sobald die Sonne scheint, steigt unsere Laune. Sonnenlicht machen vieles leichter. Und günstiger! Zumindest für Besitzer einer Solarthermie-Anlage. Denn die Sonnenstrahlen können bei der Bereitung von Warmwasser und Heizenergie helfen. In doppelter Hinsicht günstig: Die Sonne schickt nämlich keine Rechnung. Und gut für die Umwelt ist diese ressourcenschonende Art des Heizens auch. Möchten Sie ebenfalls die Kraft der Sonne nutzen? Wir erklären Ihnen, wie eine Solarthermie-Anlage funktioniert und was Sie beachten sollten, erläutern staatliche Förderungsmöglichkeiten und wie sich eine Solarthermie- von einer Photovoltaikanlage unterscheidet.

 

Frage: Was ist eigentlich Solarthermie? Solarthermie – was ist das eigentlich?

Ganz allgemein wird unter Solarthermie die Umwandlung von Sonnenenergie in thermische Energie, also Wärmeenergie verstanden. Das Wort setzt sich aus dem lateinischen Wort für Sonne „sol“ und dem griechischen Wort für Wärme „thermie“ zusammen.

Sonnenkollektoren, die auf der Dachfläche von Gebäuden befestigt werden und mit einer Flüssigkeit gefüllt sind, sammeln die Sonnenenergie auf und leiten diese an einen Warmwasserspeicher und/oder eine Heizung im Haus weiter.

 

Für wen ist eine Solarthermie-Anlage interessant?

Beim Neubau eines Hauses oder Gebäudes muss ein Teil der benötigten Wärme aus Erneuerbaren Energien gewonnen werden, so will es das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (§ 3 EEG). Diese Pflicht gilt ab einer Nutzfläche von 50 Quadratmetern. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um private oder öffentliche Bauherren handelt. Eine Solarthermie-Anlage ist eine beliebte Möglichkeit bei Bauherren, dieser Vorgabe nachzukommen. Die Investition wird außerdem staatlich gefördert, dazu an späterer Stelle mehr.

Doch eignet sich eine Solarthermie-Anlage für alle Bauherren? Die Daumenregel für Solarthermie besagt, dass sich die Anschaffung für Haushalte ab drei bis vier Personen rechnet. Bei kleineren Haushalten ist der Warmwasserverbrauch meistens zu gering. Die Anlage macht am meisten Sinn, wenn sie den Großteil des Warmwasserbedarfs decken kann. Vor einer Anschaffung sollte deshalb zwingend eine individuelle Wärmebedarfsanalyse erstellt werden. Daraus ergibt sich, ob eine Solarthermie-Anlage für den Haushalt sinnvoll ist und wie groß die Anlage idealerweise sein sollte. Mein Tipp: Lassen Sie lieber die Finger von Pauschalangeboten, die Ihren Wärmebedarf unberücksichtigt lassen.

 

Voraussetzungen für eine Solarthermie-Anlage: Dach, Keller, Ausrichtung

Ist die individuelle Bedarfsanalyse abgeschlossen, gilt es, drei weitere wichtige Parameter zu prüfen.

1. Ist das Hausdach für eine Solarthermie-Anlage geeignet? Eine Kollektorfläche bedeutet immerhin ein nicht unerhebliches zusätzliches Gewicht, in etwa 10 bis 25 kg pro Quadratmeter.
2. Ist der Keller groß genug, um dort den Kombispeicher unterzubringen?
3. Ist eine optimale Ausrichtung der Sonnenkollektoren möglich, damit die Anlage optimal, also effizient, arbeiten kann?

Diese Fragen sollten Sie unbedingt mit einem Fachbetrieb abklären und sich vorab eines klar machen: Die Energiequelle Sonne steht zwar kostenlos, aber nicht beständig zur Verfügung. Im Sommer scheint sie länger und öfter als im Winter, nachts überhaupt nicht, in manchen Regionen scheint sie insgesamt seltener als in anderen. Die optimale Ausrichtung der Sonnenkollektoren ist also besonders wichtig, um das meiste aus der Anlage herauszuholen, damit sich ihr Anschaffungspreis möglichst schnell amortisiert.

 

Staatliche Förderungen

Sie denken darüber nach, sich eine Solarthermie-Anlage anzuschaffen? Die Kosten dafür müssen Sie nicht allein tragen. Es gibt diverse Förderprogramme, für die Sie sich gegebenenfalls qualifizieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beispielsweise bietet unterschiedliche Förderungen an, sowohl in Form von zinsgünstigen Krediten mit Tilgungszuschüssen als auch in Form von Investitionszuschüssen. Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.kfw.de/kfw.de.html

Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bietet Fördergelder für die Errichtung einer Solarkollektoranlage an. Weitere Informationen rund um die Förderprogramme des Bafa finden Sie hier: https://www.bafa.de/DE/Energie/Heizen_mit_Erneuerbaren_Energien/Antragsverfahren/antragsverfahren_node.html

Darüber hinaus fördern auch einige Energieversorger den Einbau moderner Heizungsanlagen. Erkundigen Sie sich am besten vor Ort. Aber es lohnt sich auch, das Umweltreferat Ihrer Stadt oder Kommune sowie die lokale Verbraucherzentrale nach Förderprogrammen zu fragen.

Sie sehen, das Thema ist komplex, aber es lohnt sich, die Förderungen in Anspruch zu nehmen. Meine Empfehlung: Lassen Sie sich unbedingt vorab von Ihrem Heizungs- und Sanitärfachbetrieb oder Ihrer Hausbank zu den Fördermöglichkeiten beraten. Dort erfahren Sie auch, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen und wie Sie zum Beispiel den zum Teil nötigen Energieberater einbinden.

 

Photovoltaik oder Solarthermie – oder beides?!

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum verwandten Thema Photovoltaik, also der Gewinnung von Strom aus Sonneneinstrahlung. Beide Technologien nutzen die Kraft der Sonne, jedoch zu unterschiedlichen Zwecken: Während eine Solarthermie-Anlage Wärme produziert, generiert eine PV-Anlage Strom. Dieser kann selbst verbraucht und/oder ins öffentliche Netz eingespeist werden, so dass der Betreiber für den überschüssigen Strom eine Vergütung erhält. Wie so eine Anlage funktioniert? Das erklären wir Ihnen in unserem Beitrag „Erneuerbare Energien: Wie funktioniert eigentlich eine Photovoltaikanlage?“ unter https://blog.karl-meyer.de/photovoltaikanlage

Entscheiden Sie selbst, aber möglichst in enger Abstimmung mit Ihrem Fachbetrieb für Sanitär und Heizung, welche Variante für Ihren Haushalt am besten geeignet ist. Aber egal, für welche Technologie Sie sich entscheiden: Sie tun damit der Umwelt und Ihrem Geldbeutel etwas Gutes.

 

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Über den Autor

Kati Meyer-Thiedig

Mitarbeiterin der Karl Meyer Unternehmenskommunikation seit 2011

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