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Stressresilienz – „Es ist, wie es ist“ oder Wie Sie mit leichten Achtsamkeitsübungen stressresistenter werden können

Stressresilienz – „Es ist, wie es ist“ oder Wie Sie mit leichten Achtsamkeitsübungen stressresistenter werden können

Kennen Sie das auch? Beim Aufstehen am Morgen gehen Sie bereits die To-Do-Liste für den Tag durch? Und zwar nicht nur die für den Job, sondern auch die für den Feierabend? Obwohl in diesem Moment noch kein Zeitdruck besteht, merken Sie, wie sich ihr Herzschlag erhöht und Sie beginnen, Pläne zu schmieden, wann Sie was am besten erledigen? Dann geht es Ihnen wie vielen und Sie fühlen sich wahrscheinlich häufig gestresst. Doch es gibt Wege, das Gedankenkarussell anzuhalten. Erfahren Sie, wie Stress entsteht und wie Sie den eigentlich ruhigen Morgen als solchen annehmen und gelassener in den Tag starten können. Mit leichten Achtsamkeitsübungen, die Sie in Ihren Tagesablauf einbauen, können Sie trainieren, den Herausforderungen des Tages mit mehr Gelassenheit zu begegnen. Laden Sie sich am Ende dieses Artikels einige Tipps für Achtsamkeitsübungen herunter.

Warum Multitasking eine Illusion ist

Angeblich sind Frauen – im Gegensatz zu Männern – in der Lage, Multitasking zu betreiben, also mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Soweit das Stereotyp. An dem Konzept Multitasking ist jedoch nichts dran, weder für Frauen noch für Männer, im Gegenteil: Es macht uns sogar krank. Anstatt mehrere Dinge zur selben Zeit zu tun, machen wir nämlich nichts richtig. Der Begriff Multitasking stammt aus der Computerwelt. Und genau dort gehört er auch hin. Menschen sind keine Computer. Deshalb werden wir müde. Ruhepausen und Schlaf halten uns ebenso am Leben wie Essen und Trinken. Der Versuch, mehrere Dinge simultan und auch noch gleich gut, schnell oder genau erledigen zu wollen, führt häufig dazu, dass wir uns stressen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Wir. Stressen. Uns. Denn Stress kommt nicht von außen, sondern entsteht in uns. Genauer gesagt: im Kopf. Und zwar in jedem einzelnen, also auch in meinem und Ihrem. Und warum? Weil wir die Situationen, mit denen wir konfrontiert werden, bewerten. Dies geschieht in der Regel unbewusst. Jeder von uns trägt den einen oder anderen sogenannten „inneren Antreiber“ in sich: Er ermahnt uns, stark, schnell oder perfekt zu sein, uns anzustrengen oder es allen Recht zu machen.

Stress hat ein negatives Image – zu Unrecht

Stress hat ein negatives Image. Dabei ist er biologisch betrachtet durchaus hilfreich. Er führt dazu, dass automatisch ein Programm abgespult wird, dass uns schlagartig aktiviert und handlungsbereit macht. Nicht nur in Urzeiten ein überlebenswichtiger Mechanismus, denn auf Bedrohungen müssen wir blitzschnell reagieren können. Deshalb reguliert unser Körper in Sekundenschnelle um, so dass z. B. unser Herz schneller und kräftiger schlägt, sich die Atmung verändert, um mehr Sauerstoff in die Muskulatur zu bringen, und der Blutdruck steigt. Wir sind bis in die Haarspitzen gespannt, um jederzeit fliehen oder kämpfen zu können. Vergleichbar mit einem Bogen kurz vor dem Abschuss eines Pfeiles. Steht die Bogensehne jedoch zu lang unter Spannung, reißt sie. Um durch Stress nicht krank zu werden, ist es deshalb wichtig, für Entspannung und Ausgleich zu sorgen. Im Idealfall wechseln sich Phasen der Anspannung und Entspannung ab.

Mehr als Work-Life-Balance: Im Gleichgewicht bleiben

Den Begriff Work-Life-Balance haben Sie mit Sicherheit schon einmal gehört. Er beschreibt einen Zustand des Gleichgewichts zwischen Arbeit und Leben. Aber Moment mal: Gehört die Arbeit nicht zum Leben dazu? Und besteht das Leben nicht aus mehr als Arbeit und Freizeit? Deshalb greift der Begriff zu kurz. Besser ist es, von einer Life-Domain-Balance zu sprechen. Und zu versuchen, insgesamt ein Gleichgewicht in den verschiedenen Lebensbereichen herzustellen.
Die erweiterte Theorie der Life-Domain-Balance unterscheidet vier Lebensbereiche, die langfristig gesehen im Gleichgewicht sein sollten, damit wir dauerhaft gesund bleiben:

  • Gesundheit und Selbstfürsorge: Was tut mir gut?
  • Beziehungen und Partnerschaft: Wer tut mir gut?
  • Arbeit und Leistung: Worin bin ich gut?
  • Sinn und Werte: Wofür lebe ich?

Dieses Gleichgewicht lässt sich nicht immerzu dauerhaft aufrecht erhalten. Phasenweise wird eine Konzentration auf einen Bereich kaum vermeidbar sein. Steht ein wichtiges Projekt im Job an, wird der Bereich Arbeit und Leistung im Vordergrund stehen. Bereiten Sie sich auf einen Marathonlauf oder ein Orchesterkonzert vor, widmen Sie sich verstärkt dem Bereich Gesundheit und Selbstfürsorge. Mit einem Kleinkind tritt der Bereich Beziehungen und Partnerschaft in den Vordergrund. Doch insgesamt tut uns ein ausgewogenes Leben gut.

Resilienz: Ein Schlüssel zur Krisen- und Stressbewältigung

Wie kommt es, dass einige Menschen Stress und Krisen beinahe mühelos meistern, ja sogar gestärkt daraus hervorgehen, und andere bereits kleine Veränderungen aus der Bahn zu werfen drohen? Die Psychologie nennt die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie als Anlass für Entwicklungen zu nutzen, Resilienz (oder psychische Widerstandsfähigkeit). Resilienz ist gewissermaßen das Immunsystem der Seele. Resiliente Menschen haben persönliche und sozial vermittelte Ressourcen, auf die Sie in Stress- und Krisensituationen zurückgreifen können. Resilienz setzt sich aus sechs Bausteinen zusammen und lässt sich trainieren:

  • Akzeptanz: Resiliente Menschen können annehmen, was ihnen widerfährt und sehen Stress und Krisen als einen Teil des Lebens an.
  • Optimismus: Das Motto resilienter Menschen in einer Krise oder bei Stress könnte „Es wird sich alles zum Guten wenden“ lauten.
  • Selbstwirksamkeit: Resiliente Menschen sind sich sicher, dass sie Krisen und Stress selbstständig bewältigen können.
  • Eigenverantwortung: Resiliente Menschen übernehmen Verantwortung für ihr Leben, anstatt sich als Opfer der Umstände zu sehen.
  • Netzwerkorientierung: Resiliente Menschen bauen soziale Beziehungen auf und nehmen Unterstützung in schweren Zeiten offen an.
  • Lösungsorientierung: Resiliente Menschen orientieren sich an Lösungen und versuchen diese umzusetzen.

Achtsamkeitsübungen: Im Moment sein. Wahrnehmen, was ist

Die gute Nachricht: Dort wo Stress entsteht, kann er auch bekämpft werden. In Ihrem eigenen Kopf. Dazu bedarf es keiner teuren Geräte oder spezieller Bekleidung, keiner bestimmten Uhrzeit und keines Trainingspartners. Ein Weg, um Stress zu reduzieren bzw. den Umgang mit ihm zu üben, ist Achtsamkeit. Auch wenn es derzeit in aller Munde ist; Das Konzept ist nicht neu. Seine Wurzeln liegen im Buddhismus. In den 1970er Jahren brachte der amerikanische Molekularbiologe Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn das Konzept in die westliche Welt. Der Grundgedanke ist treffend in einer buddhistischen Anekdote zusammengefasst:

„Was machst du, um dich zu entspannen?“, fragte der Schüler seinen Meister.
„Nichts“, erwiderte der Meister. „Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, esse ich, und wenn ich schlafe, schlafe ich.“
„Das tun doch alle“, meinte der Schüler darauf.
„Eben nicht!“, antwortete der Meister.

Es geht nicht darum, irgendwo hinzukommen, sondern im Moment zu sein. Wahrzunehmen, was ist. Denn wir vergessen in der Hektik des Alltags oft, mit allen Sinnen wahrzunehmen. Ohne zu bewerten. Mit leichten Übungen, die Sie problemlos in Ihren Alltag integrieren können, können Sie trainieren, das Gedankenkarussell anzuhalten, Situationen wertfrei anzunehmen und zu akzeptieren. Laden Sie sich hier Achtsamkeitsübungen für den Alltag herunter. Viel Freude beim Üben! Ich lade Sie außerdem herzlich ein, mir hier Ihre Erfahrungen mit Stress, den Achtsamkeitsübungen oder anderen Wegen, damit umzugehen, mitzuteilen. Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Über den Autor

Kati Meyer-Thiedig

Mitarbeiterin der Karl Meyer Unternehmenskommunikation seit 2011

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