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Mythen der Abfallentsorgung: Alle Verpackungen gehören in den Gelben Sack?! Wie Sie Verpackungsmüll korrekt entsorgen

Mythen der Abfallentsorgung: Alle Verpackungen gehören in den Gelben Sack?! Wie Sie Verpackungsmüll korrekt entsorgen

Haben Sie das auch schon einmal gehört? Verpackungen gehören in den Gelben Sack! Aber stimmt das so überhaupt?! Fast alles, was wir einkaufen, ist in irgendeiner Form verpackt. Nach dem Verbrauch landen diese Verpackungen in der Regel im Müll. Da kommt eine ganze Menge zusammen: Laut statistischem Bundesamt produziert jeder von uns pro Jahr etwa 227,5 kg Verpackungsmüll. Damit die Verpackungsabfälle recycelt werden können, müssen sie korrekt entsorgt werden. Dazu müssen sie voneinander getrennt gesammelt werden. Welche Verpackung wo hingehört, erfahren Sie, wenn Sie weiterlesen. Und auch, was Sie tun können, um unnötige Verpackungen zu vermeiden.

 

Was sind eigentlich Verpackungen?

Der Sinn und Zweck einer Verpackung ist es in erster Linie, das Produkt vor Außeneinwirkungen zu schützen, also zum Beispiel vor Bruch, Quetschen, Sonneneinstrahlung oder Kälte. Überlegen Sie doch mal, welche Verpackungen in Ihrem Haushalt regelmäßig vorkommen: Von Pappschachteln und -kartons über Tüten und Folien, Dosen und Bechern bis hin zu Flaschen und Schraubgläsern. Sie alle bestehen aus unterschiedlichen Materialien. Und sie lassen sich in unterschiedliche Kategorien einteilen:

Sogenannte Produktverpackungen sind im direkten Kontakt mit der Ware, z. B. ein Honigglas oder eine Milchtüte.

Die Umverpackung ist die Schicht danach, also z. B. Luftpolsterfolie oder Wellpappe. Sie dient dazu, die Ware vor Transportschäden zu schützen.

Die Verkaufs- bzw. Serviceverpackung ist dazu da, um die Übergabe der Ware an den privaten Endverbraucher zu ermöglichen, dazu zählen Einkaufs- oder Brötchentüten.

Zu den Geschenkverpackungen zählen Geschenktüten und -papier.

Außerdem gibt es noch Verpackungen, die wir häufig gar nicht als solche wahrnehmen: Die natürliche Verpackung. Also beispielsweise Bananen-, Eier- oder Kartoffelschale.

 

Leichtverpackungen: Gelbe Tonne – Gelber Sack

Folien, Plastiktrays für Gemüse, Blisterverpackungen von Pralinen und Tabletten, Joghurtbecher und -deckel, Tetrapaks, Umverpackungen von Wurst- und Käseaufschnitt, Konservendosen oder Duschgel- und Shampooflaschen: In den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonnen gehören ausschließlich Leichtverpackungen aus Kunststoff, Aluminium oder Weißblech und Verbundmaterialien. Wichtig: Alle unterschiedlichen Materialien sollten voneinander getrennt werden. Entfernen Sie also den Aludeckel vom Joghurtbecher und werfen sie beides getrennt voneinander in den Gelben Sack. Nur so können beide Materialien einer Wiederverwertung zugeführt werden. Es stimmt also nicht, dass alle Verpackungen in den Gelben Sack gehören! Das wäre falsch und würde die Wiederverwertung erschweren, ja sogar verhindern. Aber wie werden Sie dann korrekt entsorgt? Das sehen wir uns jetzt genauer an.

 

Verpackungen aus Papier: Altpapiertonne oder -container

Verpackungen aus Papier, Pappe und Kartonagen gehören in die Altpapiertonne oder den Altpapiercontainer. Zu den Verpackungen zählen beispielsweise Schuh- und Eierkartons, Faltschachteln von Medikamenten oder Pralinenkästen. Aber auch sogenannte Nicht-Verpackungen aus Papier, Pappe oder Karton gehören ins Altpapier, dazu zählen unter anderem Briefe und Umschläge, Postkarten oder Zeitungen. Wie sieht es aus, wenn Essenreste an einer Pappverpackung kleben, zum Beispiel am Pizzakarton vom Lieferdienst? Werfen Sie diese bitte nicht ins Altpapier! Warum? Sie lassen sich nicht mehr säubern und sind deshalb für die Wiederverwertung ungeeignet. Sie verschmutzen gegebenenfalls das andere ansonsten saubere Altpapier und machen auch dessen Verwertung unmöglich. Deshalb: Verschmutzte Pappverpackungen gehören in die Restmülltonne, nicht ins Altpapier.

Das Thema Papierrecycling interessiert Sie? Dann lesen Sie mehr dazu in unserem Blogbeitrag https://blog.karl-meyer.de/im-alltag-weniger-papier-verschwenden 

 

Verpackungen aus Glas: Altglascontainer

Marmelade, saure Gurken, Rotkohl, Sekt und Wein, einige Deodorants – sie alle sind in Glasflaschen oder Schraubgläsern verpackt. Um sie wiederverwerten zu können, müssen sie getrennt gesammelt werden. Dazu stehen im öffentlichen Raum sogenannte Depotcontainer zur Verfügung. Dort hinein können Bürger:innen ihr Altglas werfen. So kann das Altglas zu neuen Glasbehältern aufbereitet werden. Das Erfreuliche an dem Material Glas ist, dass es sich unendlich oft wiederverwerten lässt. Auch um das Thema Altglas ranken sich Mythen, zum Beispiel, dass die Sortierung nach Farben unnötig sei. Ob das stimmt, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag: https://blog.karl-meyer.de/altglas-nach-farben-sortieren

Eine übersichtliche Trenntabelle der einzelnen Abfallarten finden Sie unter dem folgenden Link: https://www.muelltrennung-wirkt.de/muelltrennung-richtig/liste/ .Übrigens auch auf Türkisch, Polnisch oder Englisch.

 

Natürliche Verpackungen: Biotonne

Obst- und Gemüseschalen sind natürliche Verpackungen, werden aber bei der Erfassung von Verpackungsabfällen nicht berücksichtigt, da sie sich auf natürlichem Wege zersetzen würden, anders als menschengemachte Verpackungen. Sie sind also in den 227,5 kg Verpackungsabfall pro Kopf nicht enthalten. Das heißt im Umkehrschluss, dass wir beinahe 230 kg Abfälle aus Papier, Glas und vor allem Leichtverpackungen erzeugen. In die Biotonne gehören alle organischen Abfälle, dazu zählen Obst- und Gemüseschalen, aber auch Pflanzenreste, Kaffee- und Teefilter. Auch in Zeitungspapier eingewickelte Essensreste dürfen über die Biotonne entsorgt werden. Sonstige Verpackungen haben in der Biotonne absolut nichts verloren! Viele sogenannte kompostierbare Bioabfallbeutel zersetzen sich nicht oder viel zu langsam, so dass sie den Kompostiervorgang behindern. Bitte benutzen Sie deshalb am besten Papiertüten oder Zeitungspapier. 

Haben Sie schonmal darüber nachgedacht, Obst- und Gemüseschalen nicht wegzuwerfen, sondern sie weiterzuverarbeiten? Man kann aus Ihnen beispielsweise eine Gemüsebrühe herstellen oder sie im Ofen zu Chips verarbeiten. Auch Eier- und Nussschalen lassen sich wiederverwerten: Als saisonale Deko um Ostern oder im Advent.

 

 

Verschmutzte Verpackungen: Restmülltonne

Verpackungen in den Restmüll?! Hört sich irgendwie falsch an. Kann aber in Einzelfällen genau das Richtige sein. Denn über die Restmülltonne darf fast alles entsorgt werden, was nicht in die Altpapiertonne, den Altglascontainer, die Biotonne oder die Gelbe Tonne bzw. den Gelben Sack gehört. Dazu zählen beispielsweise Kartons oder Fast-Food-Verpackungen, an denen Essensreste kleben, Verpackungen von Tiefkühlkost, CD-Hüllen, die rote oder weiße Plastikhülle von Grabkerzen, Teelichter sowie Staubsaugerbeutel.

 

Vermeidung von Verpackungen

Verpackungen können sehr sinnvoll sein, vor allem, wenn ein Produkt empfindlich ist, wie beispielsweise rohe Eier. Oder wenn es sich um Schüttgüter handelt wie Milch oder Mehl, die sich nicht ohne Weiteres lose transportieren lassen.

Aber immer mehr Verbraucher und Hersteller hinterfragen, ob so viele Verpackungen, die nur einmal verwendet werden, nötig sind: Supermärkte bieten mehr und mehr loses Obst und Gemüse an, Duschgels und Flüssigseifen gibt es im Nachfüllpack, doppelte Deckel aus Plastik und Aluminium auf Joghurt und Buttermilch gehören der Vergangenheit an. In Großstädten und in immer mehr Kleinstädten eröffnen Unverpacktläden, in denen Sie sich lose Waren in Gläser oder andere Behälter abfüllen lassen können. Ein weiterer Vorteil: So kaufen Sie auch nur die Menge, die Sie benötigen. Auch auf Wochenmärkten lässt sich hervorragend verpackungsarm einkaufen!

Der Coffee-to-go-Becher ist praktisch, aber mittlerweile gibt es vielerorts Pfandsysteme oder Mehrwegbecher. Im Alltag gibt es viele Möglichkeiten, auf unnötige Verpackungen zu verzichten. Weitere Anregungen finden Sie in unserem Blogbeitrag https://blog.karl-meyer.de/abfallvermeidung-fuer-einsteiger-nuetzliche-tipps-rund-um-einkauf-haushalt-co

Sie haben weitere Tipps? Dann lassen Sie uns einen Kommentar da.

 

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Über den Autor

Kati Meyer-Thiedig

Mitarbeiterin der Karl Meyer Unternehmenskommunikation seit 2011

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